Presseaussendung 03.05.2017 – Die Umwelt-und Verkehrs-Initiative FORUM MOBIL begrüßt den Mehrheitsbeschluss von SPÖ und Bürgerliste im Stadtsenat, Schritt für Schritt eine flächendeckende gebührenpflichtige Parkzone in der Stadt Salzburg einzuführen. Grundsätzliche Voraussetzung ist freilich ein damit einhergehender umfassender Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Dabei ist wie so auch auf die richtige Wortwahl zu achten.

FORUM MOBIL schlägt vor, diese Gebührenpflicht nicht als „Pendlermaut“ zu bezeichnen, sondern als Mobilitäts-Beitrag, den sie ja tatsächlich darstellt.

Mobilitäts-Beitrag zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots

Die lukrierten Gelder aus der beschlossenen Maßnahme sollen zwingend dazu beitragen, das öffentliche Verkehrsangebot auszubauen:

  • Den Pendlern, aber auch der Stadtbevölkerung soll eine Alternative zum Autoverkehr geschaffen werden
  • Die Stadtbevölkerung, aber auch die der Umlandgemeinden sollen weniger Lärm- und Abgase zugemutet werden.
  • Auf allen Bahn- und Buslinien ist eine Taktverdichtung einzuführen
  • Der Anteil der Öffis von bescheidenen 15 % (Stadt) und (12 %) Land soll verdoppelt werden
  • Die Einnahmen des Mobilitätsbeitrages werden für die Mobilitäts-Maßnahmen wie Taktverdichtung, leistbare Tickets verwendet werden.
  • Die Wirtschaft der Stadt hätte die Chance, die Weltkulturerbe-Stadt Salzburg wiederum positiv mit Umweltmaßnahmen im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern, statt Salzburg weiterhin als „Staustadt“ zu vermarkten.

Gratis-Parken reduzieren

FORUM MOBIL appelliert an die Unternehmen aus Stadt und Land, diese Mobilitäts-Maßnahmen zu unterstützen und ihren Beitrag zu leisten. Am wirksamsten wäre es, das Parkplatz-Management zu überdenken. Viele Firmen – auch öffentliche – stellen ihren Mitarbeitern Gratis-Parkplätze oder billige Parkplätze zur Verfügung. Ein Angebot an die Mitarbeiter für ein Gratis-Jahresticket wäre für beide von Vorteil: Firmen ersparen sich, große Parkflächen zu errichten. Die Mitarbeiter kommen staufrei zur Arbeit.

Bürgermeister Heinz Schaden hat richtig erkannt, dass Maßnahmen zur Reduktion des Autoverkehrs vordringlich sind. Städte wie Hamburg gehen schon jetzt den Weg, zwei Hauptverkehrsadern für Diesel-Autos zu sperren (siehe Spiegel-Online 2. Mai 2017). Auch diese Maßnahme wäre in Salzburg aufgrund der steigenden Schadstoffbelastung diskussionswürdig.

Salzburger Verkehrstage widmen sich Thema

FORUM MOBIL unterstützt jedenfalls die beschlossenen Maßnahmen des Stadtsenats und kündigt an, dass die Salzburger Verkehrstage vom 16. – 18. Oktober 2017 unter dem Motto „Rückeroberung der Städte“ stattfinden werden. Da werden namhafte Vertreter aus europäischen Städten wie Kopenhagen, Göteborg, Nijemwegen, Ljubljana u.a. ihre Maßnahmen für eine menschengerechte Mobilität vorstellen.

 

Für das FORUM MOBIL
Peter Haibach

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