Presseaussendung 03.08.2017 – Salzburg wird im Sommer von einer regelrechten Flut von Reisebussen heimgesucht, die einer Weltkulturerbestadt unwürdig ist. Eine wirkungsvolle Reisebus-Logistik ist nur möglich, wenn Stadt und Land zusammen arbeiten. Terminals an Bahnhöfen und am Stadtrand sind sinnvoller als in der Innenstadt.

 

Positiv ist zu sehen, dass die Stadtpolitik und die Tourismuswirtschaft offensichtlich entschlossen sind, für die jährlich in die Stadt einfahrenden 40.000 Reisebusse eine für die Bevölkerung und Gäste befriedigende Lösung zu finden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie ein Online-Buchungssystem für bestimmten Terminals einzuführen, ist zuzustimmen – auch eine Erhöhung der derzeit niedrigen Bus-Tagesparkgebühr von 24 Euro macht Sinn – Vorschlag FORUM MOBIL wären 100 Euro!

 

Andräviertel muss entlastet werden

Nicht akzeptabel allerdings ist es,  die Bustouristen nur auf die beiden Terminals Paris-Lodron-Straße und Erzabt-Klotz-Straße in Nonntal zu verteilen. Die Enge der Parkmöglichkeiten in der Paris-Lodron-Straße ohne vorhandene Infrastruktur, z.B. WC-Anlagen, beeinträchtigen zu sehr die Lebensqualität des dicht bewohnten Andräviertels in der Innenstadt.

Konkret: Das Andräviertel muss gänzlich aus der Reisebus-Kette herausgenommen werden.

 

 

Touristen drängeln sich beim Busterminal in der Paris-Lodron-Straße. Foto: Lukas Uitz

Touristen drängeln sich beim Busterminal in der Paris-Lodron-Straße. Foto: Lukas Uitz

 

Alternativen gibt es genügend

Die Lösung kann nur darin bestehen, neben den bereits ausgebauten Terminals in Nonntal  andere Terminals anzubieten. Möglichkeiten gäbe es ausreichend: Messezentrum, Flughafen, Lokalbahn-Haltestellen in Bergheim, Weitwörth und Lamprechtshausen, Haltestellen entlang der S-Bahnen S3 und S2. Nicht gänzlich aus der Logistik sollten Umsteigeverbindungen aus Bayern entlang der Berchtesgadener Land Bahn zwischen Reichenhall und Freilassing nach Salzburg angeboten und beworben werden.  Die S-Bahn-Haltestelle Mülln-Altstadt böte sich hier als Direktverbindung in die Altstadt an.

Miteinander ist erforderlich

Fazit: Die Stadt Salzburg wird die Überlastung durch Reisebusse nur in Abstimmung mit Salzburg-Land Tourismus und Touristikern aus dem Berchtesgadener Land in den Griff bekommen. Die alleinige Lösung kann nicht darin bestehen, möglichst viele bzw. alle Reisebusse auf zwei Terminals in die Stadt Salzburg zu „schachteln“. Vielmehr sollte es für die Tourismuswirtschaft und Bürgermeister ein Anliegen sein, die Attraktivität der Weltkulturerbe-Stadt Salzburg  zu erhalten und für die Bewohner die Lebensqualität und Gesundheit zu erhalten.

 

Für FORUM MOBIL
Peter Haibach

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