Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 haben die ÖBB einige Nachtreisezugverbindungen von der Deutschen Bahn übernommen, die sich aus diesem Geschäftsfeld zurückgezogen hat. FORUM MOBIL-Redakteur Markus Fedra hat eine der neuen Verbindungen getestet. Er beschreibt den Ablauf einer Nachtzugreise für all jene, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, aber noch unsicher sind, ob diese Art des Reisens die richtige für sie ist.

Von Salzburg nach Mailand im Schlafwagen

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Vor der Abfahrt in Salzburg

Der Nightjet nach Mailand, in der Eisenbahn-Fachsprache auch „EN 40295“ genannt, verlässt Salzburg Hbf planmäßig um 22:02 Uhr. Diese Abfahrtszeit lässt mir den ganzen Tag noch zur freien Verfügung. Nach dem Packen und Abendessen mache ich mich gemütlich auf den Weg zum Bahnhof, um bloß nicht zu knapp zu kommen. Ich habe ein Schlafwagenticket, was auch die Benützung der ÖBB-Lounges beinhaltet – also freue ich mich noch auf einen entspannten Drink vor der Abfahrt. Leider schließt die ÖBB-Lounge im Salzburger Hauptbahnhof bereits um 21:15, so weiche ich ins Bahnhofsrestaurant JOHANN aus. Über die ÖBB App  schaue ich zwischendurch nach, ob der Zug auch pünktlich kommt – dieser startet ja schließlich bereits in München.

Wagenstandsanzeiger beachten

Einige Minuten vor der geplanten Ankunft mache ich mich auf zum Bahnsteig. Die Monitore im Bahnhofsgebäude verraten mir, dass der Zug auch aus einem Zugteil nach Rom besteht, also irgendwo unterwegs geteilt wird. Nachdem ich aber ohnehin meinen reservierten Schlafwagenplatz habe, muss ich nur sicherstellen, dass ich am Bahnsteig den richtigen Waggon finde. „Wagen 289, Bettplatz 022“ steht auf meinem Ticket. Jetzt ist ein Blick auf den Wagenstandsanzeiger-Monitor am Bahnsteig sinnvoll: Dieser verrät mir, dass mein Waggon an der Grenze von Bahnsteigsektor D und E halten soll. Wer sich hier rechtzeitig informiert, erspart sich womöglich hektisches Umherrennen auf dem Bahnsteig oder einen mühsamen Fußmarsch durch den ganzen Zug.

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Manchen Waggons sieht man ihre deutsche Herkunft noch an

Der Zug fährt ein und bietet ein buntes Bild: Ein paar der Waggons sind schon im neuen, dunkelblauen „Nightjet“-Design lackiert, die Sitzwagen sehen so aus, wie man sie von Intercity-Zügen gewohnt ist, und ein Schlafwagen steckt noch in den Farben der Deutschen Bahn, für die er bis vor Kurzem unterwegs war.

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