Die 16. Internationalen Salzburger Verkehrstage, gemeinsam veranstaltet mit dem 14. Salzburger Tourismusforum an der Universität Salzburg, brachten Fachleute und Praktiker aus beiden Sektoren zusammen. Sie waren sich einig: Es gibt Lösungen für die Probleme, aber die Politik muss handeln.

 

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Die Teilnehmer der 16. Salzburger Verkehrstage konnten sich mittels Festungsbahn auf die Festung zu Hohen Salzburg bewegen, um sich von der Schönheit der Weltkulturerbe-Stadt Salzburg zu überzeugen. Mobilität es der Schlüssel für eine lebenswerte Stadt. Foto: Anna Schmitzberger

Die 150 Teilnehmer aus zwölf europäischen Ländern waren sich einig, dass die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft Schritte setzen müssen, um die unübersehbaren Probleme mit dem Berufs-, dem Freizeit- und dem Tourismusverkehr zu lösen. Nur dann wird es möglich sein, den Unmut der Bevölkerung zu besänftigen.

Impressionen von den 16. Salzburger Verkehrstagen >

Die Ausrichtung des Fachkongresses war konzentriert auf lösungsorientierte Ansätze mit hohem Wirkungsgrad. Die Beispiele aus Südtirol, Amsterdam oder aus dem Großraum von Paris ließen sich auch für Salzburg adaptieren, sind auch in Österreich umsetzbar. „Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung“ ist eine Zauberformel eines nachhaltigen touristischen Verkehrs.

 

Maßnahmen in Richtung sanfter Mobilität integrieren

„Die Tourismus-Wirtschaft ist gut beraten, wenn sie in ihre Produkte Maßnahmen in Richtung sanfter Mobilität integriert“, resümierte UNESCO-Professor Kurt Luger, mit Verweis auf die erfolgreichen Beispiele mit Gästekarten in Südtirol und im Nationalpark Hohe Tauern. Auch FORUM-MOBIL-Vorsitzender Peter Haibach sieht in diesen „Alles-inklusive-Karten“ ein attraktives Angebot, um die Gäste vom PKW auf den öffentlichen Verkehr umzulenken. „Wenn durch den Halbstunden-Takt die Pinzgauer Lokalbahn zur City-S-Bahn wird; oder durch eine FAIRTIQ-App in der Schweiz – seit Kurzem auch in Vorarlberg – die Nutzung aller Mobilitätsangebote ohne Ticketkauf, möglich macht, lassen sich die Leute fürs Umsteigen begeistern. Warum eigentlich nur in Vorarlberg und nicht in ganz Österreich? Hier ist die Politik gefordert!“

 

Tourismus-Ströme regulieren

Dem Grundsatz, dass die Tourismus-Ströme stärker reguliert werden müssen, um massentouristische Erscheinungen zu begrenzen, wurde weitgehend zugestimmt. In etlichen Städten, wo der Tourismus und mehr noch der damit verbundene Verkehr ein unerträgliches Ausmaß erreicht haben, werden längst Schritte gesetzt. Amsterdam reguliert seit Jahren, um die Balance wieder herzustellen und die Welterbe-Zone in der Innenstadt für die Einheimischen lebenswert zu erhalten. In Hallstatt arbeitet man an einem diesbezüglichen Konzept, und selbst in Salzburg zeigt man erste Ansätze von Problembewusstsein durch die Einführung eines steuernden Systems für Touristenbusse. Die Förderung des öffentlichen Verkehrs und die Reduzierung des individuellen PKW-Verkehrs scheinen aber noch in weiter Ferne zu liegen, wenngleich dies die beste Lösung wäre in Richtung eines „klimaneutralen“ Tourismus und zur Begrenzung der Schadstoffe wäre.

 

Eine im Rahmen des EU-Projektes Shareplace unter Projektleiter Günther Penetzdorfer   entwickelte digitale Plattform hat den Teilnehmern bei einer Fahrt zum Wolfgangsee gezeigt, wie hinkünftig Busse, Schiffe, Bahnen und Sharing-Systeme einfach und ohne komplizierte Zugänge genutzt werden können.

Die Veranstalter der Internationalen Salzburger Verkehrstage bedanken sich bei allen die zum Gelingen dieser Veranstaltung einen Beitrag geleistet haben. Wir freuen uns schon auf die  17. Salzburger Verkehrstage  vom 14. – 16. Oktober 2019 und informieren Sie rechtzeitig über Details dazu.

 

Mag. Peter Haibach, Forum Mobil

Prof. Dr. Kurt Luger, UNESCO Lehrstuhl Kulturelles Erbe und Tourismus an der Universität Salzburg/Institut für Interdisziplinäre Tourismusforschung

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